PM 28.04.2014 // Leerstand weiter nutzbar machen! Für ein offenes Stadtteilzentrum im Gallus!

Mit mehreren Aktionen machten die Aktivist*innen rund um das vor einem Jahr geräumte Institut für vergleichende Irrelevanz in der letzten Woche auf sich aufmerksam. Den Startschuss für die Aktionen rund um das Jahresjubiläum des Räumungsdatums machte ein selbstorganisierter Barabend am Karfreitag im Garten des ehemaligen IvIs im Kettenhofweg 130. Ca 200 Personen versammelten sich an dem seit einem Jahr leerstehenden Gebäude. Mit dem Barabend im Garten sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Gebäude seit der Räumung leer steht und nicht genutzt wird. Außerdem sollte mit dem gewählten Datum Karfreitag auch gegen das Tanzverbot protestiert werden.
Am Ostersonntag folgten zwei weitere Aktionen, die Hausbesetzungen in der Weilburger Strasse und der Hohenstaufenstrasse im Frankfurter Gallus. Beide Hausbesetzungen wurden durch die Polizei beendet. Während in der Weilburger Strasse die Besetzer*innen durch die Belagerung durch die Polizei zum Verlassen des Gebäudes gezwungen wurden, wurde die Besetzung der Hohenstaufenstrasse am Dienstag vormittag von einem Großaufgebot der Polizei geräumt.
„Wir bedauern, dass es nicht möglich war zumindest bei einem der Gebäude über eine Nutzung zu verhandeln. Zumindest in der Hohenstaufenstrasse wurde versucht auch über eine kurzfristige Zwischennutzung für den Zeitraum, den das Programm umfasst hat, nämlich bis zum 01.05.2014, zu verhandeln. Leider hat der Eigentümer es vorgezogen Ausreden zu erfinden, wie z.B. dass offene Starkstromleitungen vor Ort wären.“ sagt Sarah Schneider vom IvI.
Erfreut zeigen sich die Besetzer*innen über die große Unterstützung, die sie bei den Besetzungen erfahren haben. Nicht nur Sympathisant*innen des IvI auch Anwohner*innen kamen bei den besetzten Gebäuden vorbei, äußerten sich solidarisch und boten unterschiedlichste Formen von Unterstützung an. Bei der Demonstration gegen die Räumungen und für ein neues IvI, die zwei Tage nach der Räumung der Hohenstaufenstrasse am Donnerstag folgte, beteiligten sich ca 600 Personen. Trotz des massiven Polizeiaufgebotes ist es den Demonstrant*innen mit einigen Tricks gelungen ihre Demonstration ohne Anmeldung und teilweise ohne Polizeibegleitung durch die Innenstadt zu machen. Mit dem Verlauf der Aktionen sind die Aktivist*innen und ihre Sympathisant*innen zufrieden. „Trotz der Beendung der Besezungen durch die Polizei war es für uns eine motivierende Woche. Die zahlreiche Unterstützung der Aktionen hat uns gezeigt, dass wir weiter kämpfen müssen.“ resümiert Benjamin Walter. „Obwohl es kaum Räume für unkommerzielle sozio-kulturelle Angebote und viel zu wenig Wohnraum gibt, stehen unzählige Gebäude leer. Die Aneignung von Leerstand ist und bleibt für uns eine wichtige politische Aktion.“ so Walter weiter.
Selbstkritisch äußern sich die Besetzer*innen zur Wahl des Stadtteils, indem sie ein neues IvI gründen wollten. „Das Gallus macht zurzeit rasante Veränderungen durch. Durch die vielen Neubauprojekte, die hochwertigen Wohnraum schaffen, werden die Mieten im Viertel stark ansteigen und ein Teil der jetzigen Bewohner*innenschaft des Gallus verdrängt. Wichtiger als ein IvI wäre für den Stadtteil ein offenes Stadtteilzentrum, das ermöglicht diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und gemeinsam Gegenstrategien zu entwickeln.“ räumt Sarah Schneider ein. Das Gebäude in der Weilburgerstrasse, das bis 2012 der Vereinssitz der vom Bundesverwaltungsgericht verbotenen Internationalen Humanitären Hilfsorganisation (IHH) gewesen ist, ist nur in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gefallen, da der Verein verboten wurde. „Wenn das Gebäude den Bund nichts gekostet hat, sollte dieser das Gebäude weiter verschenken und ermöglichen, dass der Blaue Block sein Konzept eines offenen Stadtteilzentrums in dem Gebäude verwirklichen kann.“

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Pressemitteilung zur Demonstration gestern

IvI geht weiter
Trotz des massiven Aufgebots der Polizei ist es den Besetzer*innen und ihren Unterstützer*innen gestern gelungen eine unangemeldetete, selbstbestimmte Demonstration durch die Frankfurter Innenstadt durchzuführen. Zahlreiche Versuche der Polizei, die Demonstration am Laufen zu hindern, schlugen fehl und nach einigen Versuchen, den Opernplatz in verschiedene Richtungen zu verlassen, konnte der Zug zur Bockenheimer Warte gelangen. Über einen neuen Treffpunkt am Hauptbahnhof konnte ab 20.30 Uhr die Demonstration ohne Polizeibegleitung fortgesetzt werden.
Eine kleinere Gruppe Demonstrant*innen zog über die Kaiserstrasse Richtung Willy Brandt Platz, dort trafen sie auf eine zweite Gruppe. Der Demonstrationszug wuchs auf über 300 Personen an und konnte über den Roßmarkt zur Hauptwache und von dort Richtung Konstablerwache über die Zeil und wieder zurück Richtung Hauptwache laufen. Sarah Schneider resümiert: „Wir hatten keinerlei Interesse von der Polizei vollkommen abgeschirmt durch die Stadt zu laufen und freuen uns, dass es gelungen ist sie auszutricksen trotz des völlig übertriebenen Großeinsatzes inklusive Hubschrauber. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für die Unterstützung.“ Die Besetzer*innen kündigen an weiter zu machen und stellen einen heißen Sommer in Aussicht. „Wie auch der Blaue Block schon geschrieben hat wollen auch wir Teil einer Hausbesetzungsbewegung sein“ ist auf dem Facebook Profil des IvIs zu lesen.

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Pressemitteilung zur Räumung der Hohenstaufenstrasse

Leerstand mit Großeinsatz gesichert

Nachdem Aktivist*innen im besetzten Haus in der Weilburger Straße am Ostermontag nach der Belagerung und Verweigerung Nahrungsmittel ins Haus zu lassen durch die Polizei, völlig entkräftet das Haus verlassen haben, wurde heute das zweite Haus in der Hohenstaufenstraße von einem massiven Aufgebot der Polizei geräumt. Gegen 13 Uhr stürmten plötzlich über 100 Polizisten auf das Gelände. Menschen, die versuchten zu diesem Zeitpunkt das Gelände zu verlassen, wurden von der Polizei daran gehindert und vor das Haus zurückgedrängt. Erst im Anschluss folgte die Aufforderung das Gelände zu verlassen seitens der Polizei. Völlig willkürlich hat die Polizei bestimmt, wer zu den Besetzer*innen gehört und wer nicht, manche Leute konnten sich auf dem Parkplatz aufhalten, andere wurden vor das Haus gedrängt, teilweise mit Gewalt und mussten ihre Personalien abgeben.

Eine Stunde zuvor hatten die Aktivist*innen ein neues Verhandlungsangebot an den Eigentümer des Gebäudes der CA Immo gesendet. Sie forderten zumindest das veröffentlichte Programm bis zum 01.Mai 2014 in dem Haus durchführen zu dürfen. „Da bereits klar ist, dass das Haus abgerissen wird, haben wir darauf gehofft, dass der Besitzer mit sich verhandeln lässt und uns zumindest eine mittel-oder kurzfristige Nutzung ermöglicht. Leider hat er auf unser Verhandlungsangebot nicht reagiert. Uns ist unverständlich wieso ein Gebäude bis zum Abriss leer stehen muss und nicht für unkommerzielle Projekte genutzt werden kann.“ sagt Sarah Schneider. „Wir fordern, dass die CA Immo den Strafantrag zurückzieht.“

Das volle Programm im Haus und die zahlreichen Zusagen von Bands, Künstler*innen, Theoretiker*innen in diesem Haus Veranstaltungen anzubieten zeigen, dass derzeit ein selbstverwalteter Ort in Frankfurt fehlt.

Die Stadtpolitik hatte nach der Räumung des IvI’s im April 2013 angekündigt zu prüfen, ob dem selbstorganisierten Projekt ein Ersatzobjekt zur Verfügung gestellt werden könne, die Prüfung ist nach Angaben Planungsdezernates immer noch nicht abgeschlossen. „Wenn die Stadt nicht in der Lage ist uns ein Ersatzobjekt zu geben, nutzen wir den Leerstand, den es überall in Frankfurt gibt. Auch wenn die beiden Besetzungen dieses Wochenende uns noch kein neues IvI ermöglicht haben, werden wir nicht aufgeben und so lange weiter besetzen bis wir neue Räume haben.“ ergänzt Benjamin Walter. Selbstverständlich wären die Besetzer*innen nach wie vor bereit ein Ersatzobjekt von der Stadt zu nutzen.

Am Donnerstag, den 24.04.2014, wird es um 19 Uhr am Opernplatz eine Demonstration gegen die Räumungen der besetzten Häuser und für ein neues IvI geben.

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Programm bis zum 01.Mai

Das Haus ist weiterhin besetzt. Wir fordern weiterhin, dass wir bis zum Abriss des Gebäudes bleiben können. Für den Start des neuen IvIs gibt es jetzt auch ein vorläufiges Programm:

Heute, Dienstag, 22.04

ab 11.00 Hausverschönerungstag
bringt Baumaterialien, Farbe, Dekokram, Möbel mit

16.15 Autonomes Tutorium „Meine kleine Lieblingtheorie“

19.30 Vortrag von Prof. Dr. Joachim Hirsch

Mittwoch, 23.04

14.00 Rote Hilfe Workshop „Überwachungsgesellschaft im Polizeistaat“

18.00 Filmvorführung Docview „Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma’abarot“

20.00 Barabend

Donnerstag, 24.04

16.00 Autonomes Tutorium „Gestern Ideologie – heute Praxis?“

18.00 Vortrag „Katalypsis Hausbesetzung: Geschichte und Vorgehen in Griechenland“

Freitag,25.04

18.00 Uhr BBQ

18.00 Filmvorführung „The People demand social justice. Nine perspectives on the Israeli social protest of 2011“ (auf englisch)

20.00 Konzert  mit les trucs

Samstag, 26.04

14.00 Hof-Fest mit Kinderspielecke

18.00 Vortrag „Welcome to Europe – Kämpfe um Migrationspolitik“

Sonntag, 27.04

ab 12.00 Brunch

15.00 Fahrradwerkstatt

Montag, 28.04

16.00 Kitchen Politics:Maria dalla Costa
anschließend Essen

20.00 Vortrag von Dr. Daniel Loick „Instandbesetzen – Thesen zur Eigentumskritik“

Dienstag, 29.04

18.00 Ausstellung „Leerstelle“

20.00 Filmvorführung „Gallus bleibt Gallus“

Mittwoch,30.04

ab 21.00 Party

Dies ist erst der Anfang. Wir planen noch viel mehr. Das Programm wird regelmäßig aktualisiert. Angefragt sind bisher noch: Eine Filmvorführung mit einem Film zu Kämpfen gegen Soziale Ungleichheit in Israel, ein Poetry Slam Workshop, diverse Workshops und Vorträge. Haltet Euch auf dem Laufenden. Wir freuen uns auf Euch!

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Ultimatum Verstrichen – IVI Bleibt! – UPDATE 21:00

Um 19:00 ist das „Ultimatum“ der Polizei, wirklungslos verstrichen. Mit einem Feuerwerk feierten die Menschen in der Hohenstaufenstraße die Nicht-Räumung durch die Polizei.
Momentan kümmern sich die Aktivist_innen um die Versorgung mit Essen und die weitere Veranstaltungsplanung.

Während das Büro für unlösbare Aufgaben in der Weilbugerstraße 22 Stunden lang von einem großen Polizeiaufgebot belagert wurden, befinden sich in der Hohenstaufenstraße nur noch einzelne Einsatzwagen.

„Vielleicht hat die Polizei die Sinnlosigkeit ihres Einsatzes selbst erkannt“, witzelte ein Aktivist.

„Die Probleme der Stadtpolitik, insebsondere die rasante Verteuerung des Gallus, können nicht durch polizeiliche Gewalt gelöst werden.“ erklärte Sarah Schneider, eine der Sprecherinnen des Ivi. „Wir stehen weiterhin für Verhandlungen bereit.“

Für die CA Immo wäre das eine Gelegenheit, mal ein kreatives und nicht-kommerzielles Projekt zu unterstützen. Die Millionengewinne der CA Immo speisen sich nicht zuletzt aus der rücksichtslosen wirtschaftlichen Verwertung alter Bahngrundstücke aus dem Bundesvermögen.

Unter dem Namen der „vivico real estate“ wurden nicht benötigte Bahngelände für städtebauliche Projekte genutzt, die – wie im Gallus – nicht den Interessen der Bürger_innen entsprechen und für die Vertreibung durch Aufwertung mitverantwortlich sind.

„Der Magistrat muss jetzt ein Zeichen setzen, dass Frankfurt nicht nur eine Stadt für Immobilienunternehmen, sondern auch für alternative und soziale Projekte ist.“ fordern die Besetzer_innen.

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weitere impressionen der ivi auferstehung

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Zwei IVIs sind besser als keins!

Besetzungen der zuvor leerstehenden Haeuser dauern an, Verhandlungsbereitschaft auf Seiten der Besetzer*innen

In der Hohenstaufenstraße und in der Weilburgstraße starten die Besetzungen motiviert in einen neuen Tag.

Die Besetzung in der Hohenstaufenstraße verbrachte eine groeßtenteils ruhige Nacht mit Musik, Grill und ersten Diskussionen zur weiteren Gestaltung des Projekts. Gestoert wurden sie von einem Vertreter des Eigentuemers in Polizeibegleitung, der jede Verhandlung ueber eine Nutzung des leerstehenden Gebaeudes ausschloss und die baldige Raeumung ankuendigte. Trotz der unklaren Lage sind die Besetzer*innen bereit ueber eine Zwischennutzung bis zum geplanten Abriss zu verhandeln.

„Wenn der Eigentuemer uns eine Zwischennutzung in Aussicht stellt, sind wir gern bereit ueber die Modalitaeten zu verhandeln. Wir wollen unbedingt ein neues IVI und dieses Gebaeude eignet sich sehr gut“, sagte Sarah Schneider, eine Vertreterin der Besetzung.

Besetzung in der Weilburgerstraße im Belagerungszustand

In der Weilburgerstraße stellt die Polizei direkt nach Eintreffen der Besetzer*innen einen Belagerungszustand her, der bis jetzt nicht wieder aufgehoben wurde. Konkret heißt das, dass keine Menschen in das Haus gelassen werden und so auch eine Arbeit des „Bueros fuer unloesbare Aufgaben“ verhindert wird. Jegliche Versorgung mit Getraenken und Nahrungsmitteln wird, teils gewaltsam, unterbunden. So wurde etwa ein*e Aktivist*in wegen des Werfens einer Wasserflasche auf den Balkon von vier Polizist*innen brutal zu Boden gebracht und festgenommen. Trotzdem gelang es solidarischen Menschen vereinzelt die Besetzer*innen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Auch diese waren sofort mit aggressiven Polizist*innen konfrontiert. Absurd an der Situation, die bis zur Stunde anhaelt, ist vor allem, dass die Polizei nicht dazu in der Lage ist, die Hausbesitzer*innen zu erreichen.

Leyla Pollat, eine im Haus befindliche Besetzerin, fasste die Situation wie folgt zusammen: „Es ist eine Schweinerei, dass wir grundlos einer mittelalterlichen Belagerungssituation ausgesetzt sind, ohne dass ein Strafantrag gegen uns vorliegt. Wir fordern diesen Zustand unverzueglich zu beenden und freien Zugang zum Haus zu ermoeglichen, um endlich zusammen mit unseren Freund*innen die Arbeit unseres Bueros aufnehmen zu koennen. Ferner moechten wir mit dem*der Besitzer*in ueber eine Nutzungsueberlassung des seit 3 Jahren leerstehenden Hauses verhandeln.“

IVI lebt – „Theorie-Praxis-Party“

Ein Jahr nach der IVI-Raeumung fehlt Frankfurt immer noch ein selbstbestimmter Raum, in dem das Konzept des IVIs „Theorie-Praxis-Party“ gelebt werden kann. Nach mehreren brutalen Raeumungen und Gegenwind aus dem Stadtparlament, das keine Schaffung selbstbestimmter Raeume zulaesst, nehmen die Besetzer*innen die Dinge mal wieder selbst in die Hand.

Die Haeuser denen, die sie brauchen!

 

Mehr Infos: https://iviresurrection.wordpress.com/2014/04/20/kritisches-denken-braucht-und-nimmt-sich-zeit-und-raum-ein-jahr-ohne-ivi-ist-genug/

Kontakt: 0152 175 49803

 

 

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